5 + 1 Ideen, wie du deinen Kleiderschrank richtig aussortierst – mit Pareto

Du hast deinen Kleiderschrank schon zigmal ausgemistet und aufgeräumt. Dich ganz oder temporär von so manchem Kleidungsstück getrennt. Und trotzdem hast du das Gefühl, noch immer einen zu vollen Kleiderschrank und NICHTS zum Anziehen zu haben? Oder willst du das Thema minimalistischer Kleiderschrank einfach mal „wissenschaftlich“ angehen?

Dann stelle ich dir heute fünf plus eine Ideen und den Mann vor, mit denen du anhand von „harten Fakten“ ;) deinen Kleiderschrankinhalt effektiv ausmisten kannst – nämlich um 80%!

5 + 1 Ideen, wie du mit dem Paretoprinzip deinen Kleiderschrank effektiv ausmistest

5 Ideen, wie du deinen Kleiderschrank effektiv ausmistest und mit dem Paretoprinzip um 80 Prozent reduzierst - für eine minimalistische Garderobe

Wissenschaftliches Kleiderschrank Ausmisten mit Vilfredo Pareto

Durch Chris von minimalistchris.com und seinen Beitrag zum Thema Kleiderschrank aussortieren (den es leider nicht mehr gibt) bin ich darauf aufmerksam geworden, wie man auch bei diesem meist sehr emotionalen Thema zu handfesteren Ergebnissen und Erkenntnissen kommen kann: Er hat das Paretoprinzip von Vilfredo Pareto auf seinen Kleiderschrank angewendet.

Dieses auch als 80 / 20 Regel bekannte Prinzip besagt, dass sich 80% der Ergebnisse mit 20% Investition erzielen lassen.
Chris´ Annahme war entsprechend, dass er lediglich 20% von 80% seiner Kleidung trägt. Entsprechend war sein Ziel, eben diese 20% Kleidung, die er scheinbar lediglich benötigt, herauszufiltern.

Und dafür habe ich dir ein paar ganz unemotionale und höchst wissenschaftliche ;) Ideen zusammengestellt, mit denen du garantiert und effektiv deine 20% wirklich genutzte Kleidung in deinem Kleiderschrank ausfindig machen kannst.


Kennst du schon das Konzept der Capsule Wardrobe – einer minimalistischen Garderobe? Wenn nicht, lies hier, was es damit auf sich hat!


5 + 1 Ideen, wie du mit dem Paretoprinzip deine 20%-Kleidungsstücke identifizierst

#1 Alles in eine Richtung

Hänge alle Kleidungsstücke mit dem Kleiderbügel in eine Richtung in deinen Schrank. Sobald du ein Teil anziehst, drehst du den Bügel einfach um.
Der Nachteil an dieser Methode: Du benötigts für jedes Teil in deinem Kleiderschrank einen Kleiderbügel. Und Kleidungsstücke, die sich alle aufhängen lassen.
Damit ist diese Methode nicht für jeden geeignet, kann aber mit einer ganz einfachen Anpassung für die Aufbewahrung in Schubladen nutzbar gemacht werden, siehe nächste Methode:

#2 Von einer Seite auf die andere

Eine weitere Möglichkeit, deinen Lieblingsteilen auf die Schliche zu kommen, ist es, die Kleidungsstücke, die du getragen hast, nach deren Nutzung (und natürlich nach dem Waschen ;) ) von der einen Kleiderschrankseite auf die andere zu sortieren.
Das funktioniert auch in Schubladen und lässt sich zum Beispiel auch mit der eben beschriebenen Kleiderbügelvariante kombinieren. Oder eben in Ermangelung an Kleiderbügeln ersetzen. ;)
Zur besseren Kennzeichnung der beiden Seiten kannst du einfach etwas in die Mitte der Schublade oder deiner Kleiderschrankstange legen bzw. hängen. Das kann ein einfaches Stück Pappe sein (ist ja nicht für immer!) oder ein einfaches Stück farbige Schnur zur eindeutigen Markierung der Kleiderstange.

#3 Von Links auf Rechts

Eine weitere Variante, die sich sowohl für Schubladen als auch Kleiderbügel eigent, ist, anfangs alle Kleidungsstücke auf Links zu ziehen und so in deinen Kleiderschrank einzuräumen.
Lediglich die Kleidungsstücke, die du getragen hast, drehst du nach dem Waschen wieder auf Rechts und räumst sie so in deinen Kleiderschrank ein.
Das Ganze geht natürlich auch andersherum, also von Rechts nach Links. Ist klar, oder? ;)

#4 Die drastische Methode

Eine – wie ich finde – ziemlich drastische Methode ist, alle (!) Kleidungsstücke aus deinem Kleiderschrank  komplett auszuräumen und in Säcken, Kisten o. ä. zu verstauen.
Nach und nach nimmst du nun lediglich die Sachen wieder heraus, die du anziehen will.
Diese Methode finde ich vor allem für Accessoires, Schuhe, Handtaschen usw. interessant. Außerdem ist sie so einfacher umzusetzen als für Kleidungsstücke. …wobei es mich schon reizt, das einfach mal auszuprobieren. ;)

Wann du aufhören solltest

Deine Evaluation solltest du an dem Punkt stoppen, an dem du anfängst Sachen aus deinem Kleiderschrank nur zu tragen, weil alle anderen Lieblingsteile in der Wäsche sind. Denn nur so bekommst du schließlich heraus, welche Kleidungsstücke du wirklich gerne trägst!

Übrigens: Der Wäschekorb kann auch ein guter Indikator für Lieblingsteile sein!

# 5 Dreckwäsche

Deine Lieblingssachen wirst du nämlich in der Regel immer zu erst anziehen. Und damit werden es auch diese Kleidungsstücke sein, die als erstes in der Wäsche landen. Sachen, die du nicht so gerne trägst, lässt du in der Regel länger im Schrank hängen. Oder?

# 6 Wäscheleine (ergänzt Juni 2017)

Aus der Nummer 5 ergibt sich logischer Weise die Nummer 6! Denn wenn deine Lieblingsteile weder im Kleiderschrank noch in der Dreckwäsche zu finden sind, hängen sie vermutlich auf der Wäscheleine bzw. dem Wäscheständer oder liegen im Trockner. Also, schau dort auch noch mal nach und du wirst garantiert fündig werden. ;)

Wie du deine Auswertung nachhaltig für dich nutzt

Nach der Erhebung stell dir zu deinen 20%- und 80%-Kleidungsstücken folgende Fragen:

  • Was habe ich oft getragen? Und warum?
  • Was habe ich wenig getragen? Warum habe ich es nicht oder wenig getragen?

Dies gibt dir Aufschluss darüber, was genau du an den einzelnen Kleidungsstücken magst. Damit schaffst du dir die Möglichkeit, mehr von diesen Wohlfühlteilen in deinen Kleiderschrank zu integrieren und nachhaltig von deiner Evaluation zu profitieren!


Hast du Lust, dir deinen eigenen minimalistischen Kleiderschrank zusammenzustellen? Dann hol dir meinen kostenlosen Capsule Wardrobe Planner für deine minimalistische Garderobe!


Kannst du dir vorstellen, das Paretoprinzip für deinen Kleiderschrank anzuwenden?
Oder hast du noch weitere Ideen und Hilfsmittel zum Kleiderschrank aussortieren?

8 Kommentare

  1. Die Idee, die Klamotten mit der Bügelrichtung zu markieren find ich klasse! Leider befinden sich die meisten meiner Kleidungsstücke wirklich in einer Kommode – deswegen werde ich mal die Variante „von rechts nach links“ ausprobieren, zusätzlich zum: “Hab ich das eigentlich schon mal getragen?? Warum nicht? Weeeg!!“ :)

    Die Variante, dass man alles aus dem Schrank räumt und dann nach und nach wieder rein, ist wirklich interessant, stell ich mir auch erfolgreich vor. Beinhaltet aber ein „kleines“, wenn auch temporäres Platzproblem, denn man bräuchte ja schon etwas Platz für die Kisten, Säcke,…quasi ein zweiter Schrank. („Schaaatz, wir ziehen um!“ ;) )

    Ich habe mal ein paar Sachen aussortiert und in einer Kiste auf dem Dachboden gelagert – und dann komplett vergessen. Schon etwas her, aber die Kiste wanderte zum Altkleidercontainer :D

    Schönen Sonntag noch!

    • The Organized Cardigan

      Ja, die Variante mit den Kisten würde ich auch wirklich gerne mal ausprobieren. Beim nächsten Umzug wäre wohl die Chance gegeben ;D Wenn du die Variante „von links nach rechts“ ausprobierst berichte gerne mal über deine Erfahrungen! :)
      Hab du auch einen schönen Sonntag (wieder)!

  2. vivien_noir

    Bei mir funktionieren diese Dinge alle so gut wie nicht, weil ich allein über 20 Röcke (für die kalte Jahreshälfte allein, etwas mehr für die wärmere), ca. 30 Hosen und eine riesige Menge weitere Kleidungsstücke habe. Mein Schrank hat also die Grenze erreicht, und wenn ich mir nicht die komplette Ordnung komplett zerstören will, geht das nicht.
    Was geht: Bügel umdrehen, und bei den Wäschestapeln die Kanten nach vorne drehen oder die Seiten nach vorne drehen (also das Wäschestück gefaltet um 90° verdreht in den Schrank zurück geben).

    Ich glaub, ich bin nicht für eine kleine Capsule Wardrobe gemacht. Alte und kaputte Dinge liebe ich zu sehr, um sie herzugeben, und die neuen mixe ich mit denen… Ich hab zB eine 12 Jahre alte Jacke mit echten „Used“-Abnutzungen, die ich immer noch liebe und trage. Und die Hosen, die ich seit über 8 Jahren, durch die Schulzeit, und auch jetzt, immer noch trage, obwohl ich die Farbe niemals selbst ausgesucht hätte – aber sie passt zu anderen Sachen im Schrank, die ich sonst auch nimma angreifen würd.

    • The Organized Cardigan

      Liebe vivien_noir,

      wenn du alle deine Klamotten liebst, ist doch alles gut! :) <3 Und das scheinst du ja zu tun und nur darauf kommt es doch an, oder?
      Ganz herzliche Grüße, ich würde gerne Mal Bilder von alle deinen Lieblingsteilen sehen, die du so liebevoll all die Jahre beherbergst!

      Sunray

  3. Sehr interessantes Thema und wie es der Zufall will, probiere ich das gerade aus. Ich hänge meine Sachen am liebsten auf, deshalb mache ich das mit den Kleiderbügeln. Und es ist sehr erstaunlich, dass die meisten Sachen immer noch verkehrt herum hängen. Gut finde ich, dass ich genau sehe, welches Teil ich noch nicht an hatte und manchmal versuche ich mich gezielt für so ein Teil zu entscheiden. Also ich finde dieses Prinzip nicht schlecht, erfordert allerdings Geduld, da wir ja vier Jahreszeiten haben 😉

    • Hallo liebe Anja!
      Gut, dass du das mit dem Zeitfaktor betonst! Die Sachen sind ja auch nicht über Nacht in unseren Kleiderschrank gewandert. Es braucht also auch anders herum seine Zeit, zumindest, wenn es nachhaltig ablaufen soll. Nachhaltig meine ich auch in Bezug auf Erkenntnisse und veränderndes Kaufverhalten. Ein wichtiger Punkt. :)
      Dankeschön für dein Kommentar und live-Bericht zu der Methode! B-)
      Halte mich doch gerne auf dem Laufenden, wie es dir langfristig mit der Methode geht!
      Herzliche Grüße!!
      Sunray

  4. Ja,guter Tipp. Mach ich auch. Mein Kleiderschrank ist übersichtlich weil ich seit Jahren strikt nach meiner FarbBeratung kaufe. Kann ich nur jedem empfehlen. Man sieht die Kleidung mit anderen Augen und vermeidet fehlkäufe. Und für ein neues teil muss ein altes gehen. Konsequent. Liebe grüße

    • Damit tu ich mir ja schwer: ein Teil rein, ein Teil raus. :D Ja, die Farbberatung war echt sehr heilsam UND hilfreich, und zwar nachhaltig!
      Danke für deine Rückmeldung und liebe Grüße zurück!

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