Aufgeräumt! Woche 10: Fotos

Meine Lieben, diese Woche beschäftigen wir uns mit einer sehr sensiblen und emotionalen Kategorie, den Fotos.
Ich muss gestehen, ich gehöre nicht unbedingt zu den Personen, die Fotos an den Wänden hängen haben, regelmäßig mit der Familie professionelle Fotos im Studio machen lassen oder Fotos verschenken.
Ich habe zwar auch meine Fotos, an denen ich „hänge“, aber eben nicht in diesem Ausmaß.

Aufgeräumt Woche 10 Fotos

Was macht diese Kategorie so schwierig?

Fotos stellen Erinnerungsstücke dar, sie dienen uns also als Konservierungsmöglichkeit von Momenten in unserem Leben. Und sie funktionieren als Gedächtnisstütze, als ein Transportmedium, das uns hilft, Erinnerungen nicht verblassen zu lassen und sie immer wieder auffrischen zu können.

Manche mögen jetzt argumentieren: „Wenn ich mich nicht einfach so daran erinnere, kann es nicht so wichtig gewesen sein“ oder „an Altem festzuhalten bringt einen nicht weiter“.
Diese Betrachtungsweise kann meines Erachtens nach helfen, sich von unliebsamen Sachen, eben auch Fotos, zu trennen.
Hat man sich jedoch einmal von diesen einmaligen Sachen, die die eigenen Fotos nun mal eben sind, getrennt, sind sie meistens unwiderruflich weg.

Aus dem Grund sollte man beim Aussortieren von Fotos dann doch umsichtiger vorgehen, als zum Beispiel mit leicht ersetzbaren Artikeln, die in Massenproduktion hergestellt wurden.

Fotos aussortieren – los geht´s

 

Egal ob analog oder digital: Zunächst müssen wir uns erst einmal wieder einen Überblick über unsere Fotosammlung verschaffen, bevor wir daran gehen, sie aus- und neu zu sortieren.

Je nach Masse schlage ich auch für diese Kategorie leicht verdauliche und bearbeitbare Happen Stapel vor, damit einen nicht der Frust packt. In solchen Frustmomenten kann man nämlich dazu neigen, leichtfertig Sachen wegzuwerfen, um sich dem Elend einfach zu entledigen und sich zu erleichtern. Hinterher ist das Jammern jedoch groß und gerade Fotos meist unwiederbringlich weg.

Meine Sortierkriterien bei Fotos sind:

  1. Verschwommene / verwackelte Bilder weg
  2. Doppelte Bilder weg
  3. dies gilt auch für Bilder mit dem gleichen Motiv aus unterschiedlichen Perspektiven (sofern es unterschiedliche Perspektiven gab)

Ich behalte also nur Bilder, die zunächst einmal nach meinen Maßstäben „brauchbar“ sind. Dies gilt sowohl für analoge als auch für digitale Fotos.

Nach dem Aussortieren kommt das Sortieren – Runde I

Digitale Fotos speichern wir (da wir hier beide Fotos machen, rede ich hier von „wir“) hier immer auf einer externen Festplatte ab.
Unsere Speicherlogik folgt dabei einer chronologischen Baumstruktur, das heisst: Wir sortieren unsere Fotos meistens ;) nach Jahr_Monat(_manchmal auch Tag) Anlass und Ort.

Odnerstruktur by TOC
Innerhalb des Ordners belassen wir die Fotos bei ihren originalen Dateibezeichnungen.
Für uns funktioniert diese Sortierung sehr gut, da wir eben auch nicht so wahnsinnig viele Fotos haben.

Bei vielen Ordnern kann sich auch noch mal eine weitere Ebene und die Sortierung nach Jahrgängen anbieten.

Nicht für alle ist die Sortierung nach hierarchischer Baumstruktur geeignet oder nach deren Geschmack. Eine Alternative kann dann die Zuordnung von Schlagworten (sogenannten „Tags“) zu Bildern sein.
Das hat den Vorteil, dass damit Bilder auch mehrfach unterschiedlichen Schlagwörtern zugeordnet und gefunden werden können.
Allerdings erfordert dies etwas mehr Arbeit als das bloße sortieren per Ordnerstruktur.

Die Zuordnung anhand von Schlagworten habe ich selber noch nicht ausprobiert, aber vielleicht jemand von euch? Für alle, die es gerne mal ausprobieren möchte, habe ich Anleitungen hier und hier gefunden.

Denkt übrigens auch an die Bilder auf eurem Smartphone, Tablet und der Digitalkamera! Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, dich auch um diese Bilder zu kümmern und somit auch wieder etwas Luft in den Speicher der Geräte zu bringen.

Der Vorteil vom Aussortieren auch digitaler Fotos liegt wie auch bei analogen Sachen auf der Hand:

  • Mehr Ordnung (auch in der Fotosammlung)
  • Mehr Platz (auch auf der Festplatte, den Speicherkarten etc.)
  • Leichtere und schnellere Auffindbarkeit von den Sachen (auch und aufgrund der Massen besonders bei Fotos!)

Nicht nur digitale Fotos, auch analoge Fotos kann man übrigens chronologisch sortieren. ;) Am einfachsten ist das, wenn man die Fotos eins Jahrgangs auf dem Boden ausbreitet.

Nach dem Aussortieren kommt das Sortieren – Runde II

Sobald die erste Runde aussortiert ist (siehe Punkte 1-3 oben), kann man nochmal eine Runde einliegen, und sich von weiteren Fotos trennen.

Wichtig finde ich bei dieser emotional anstrengenden Kategorie, immer wieder Pausen zu machen und sich die Zeit dafür zu nehmen, die man braucht.

Ich habe zum Beispiel für das Aussortieren mein Kunstmappe aus der Schule 17 Jahre gebraucht. ! Als ich sie dann aussortiert hatte und nur noch ein paar wenige Bilder behalten habe, war es dann aber auch gut. :)

Kunstmappe aussortieren by TOC

Manchmal ist nach so einem Ausflug in die Vergangenheit auch der Punkt gekommen, an dem man sie dann auch einfach so sein lassen kann, in seinem Leben weiter gehen und sich von alten Erinnerungen „befreien“ kann, sofern manche Erinnerungen vielleicht eher Ballast waren.

alte Fotos aussortieren by TOC

Einigen fällt das Abschied nehmen von solchen Erinnerungsstücken leichter, indem sie sich richtig verabschieden und vielleicht auch für die gemeinsame Zeit bedanken. Das kann man laut, oder auch ganz leise nur für sich machen.

Zugänge zur Freude finden

Die größte Freude bereitet es mir, meine Sachen zu benutzen, statt sie nur zu besitzen. Das gilt auch für Fotos und ich gucke unsere / meine Fotos ziemlich regelmäßig auf dem PC an.

Das liegt allerdings auch daran, dass ich ziemlich oft am PC sitze und somit die Hürde, an die Fotos heran zu kommen, für mich sehr gering ist.
Ich habe festgestellt, dass sich dies mit allen Sachen so verhält: Wir benutzen nur, wo wir leicht Zugang zu haben.

Entsprechend gilt: Wollt ihr oft und viel Freude an euren Fotos haben, stellt sie euch so zur Verfügung, dass ihr sie leicht nutzen könnt!

Jeder hat da seine eigenen Vorlieben:
Manche ziehen gerne ein Fotoalbum aus dem Regal, und schauen eingeklebte Fotos an und kleben auch gerne Fotos ein.
Manche erstellen gerne Fotobücher am PC und freuen sich daran, Freunden und Familie eigene Exemplare zukommen lassen zu können.

Wiederum andere schauen Fotos öfter am Tablet an, weil sie das Gerät sowieso jeden Tag in der Hand haben.

Eine Alternative, sie in ein Buch einzukleben, kann auch eine Bildercollage für die Wand sein, oder ihr gestaltet eure ganz eigene Wechselausstellung!

Ich bevorzuge für meine analogen Fotografien tatsächlich lieber eine Kiste, meine Kiste. In ihr sammle ich meine sentimentalen Erinnerungsstücke, nicht nur Fotos, auch Karten und ähnliches, was eben hineinpasst.
Zusätzlich dazu haben wir eine „Beziehungskiste, in der wir gemeinsame analoge Erinnerungsstücke aufbewahren.
So etwas kann man aber auch mit der Familie gestalten, und vielleicht bei einem gemeinsamem Fotoabend in alten Erinnerungen schwelgen, gemeinsam auswählen, welche Erinnerungen man behalten will und dann gemeinsam eine Aufbewahrung – vielleicht: Die Familienschätze? – kreieren.

Entdecke deine Zugangsmöglichkeiten by TOC

Egal, welche Vorliebe ihr habt: Ihr könnt sie zu eurem Vorteil einsetzen, wenn ihr sie kennt.
Ähnliches gilt übrigens für euer schlechtes Gewissen beim Anblick der 20 Kartons mit alten Fotos, die ihr irgendwann einmal perfekt sortieren wollt. Genauso, wie ihr euch diesen geplanten Weg selber „auferlegt“ habt, könnt ihr euch auch dazu entscheiden, euren Plan zu ändern und die Fotos wieder zu einem Quell der Freude statt des Frusts werden zu lassen.

Drum prüfe, was dich ewig bindet

Nachdem wir uns getrennt und neu sortiert haben wird es in Zukunft einfacher, wenn wir direkt darauf achten, was wir „in unser Leben“ lassen.
Das hört sich zunächst ziemlich theatralisch an, ist aber einfach nur praktisch gemeint: Wenn ich zum Beispiel neue Fotos auf den PC speichere, sortiere ich direkt anhand meiner Kriterien die „unbrauchbaren“ aus und behalte nur die, die mir später beim Anschauen Freude bereiten.
Gerade bei einer emotional so anstrengenden Kategorie empfinde ich diesen Weg als Gewinn, anstatt ihn immer wieder gehen zu müssen.

Wie handhabt ihr eure Fotoaufbewahrung?

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4 Kommentare

  1. Hallo Liebes,

    Hach, wir sind uns mal wieder so ähnlich. Auch ich mag die Baumstruktur sortiert nach Jahr und Monat am liebsten, wenn es um digitale Bilder geht. Außerdem habe ich auch zwei oder drei „Erinnerungskisten“ mit Fotos, Briefen, Zetteln etc. Zudem habe ich eine Box, wo nur Eintrittskarten (z.B. Theater-, Musical- und Kinokarten) hinein kommen. Da habe ich schon manchen Schatz wieder entdeckt nach Jahren!
    Ich bin mittlerweile ein großer Freund der digitalen Bilder und habe nur noch sehr wenige Alben oder eben die Erinnerugsboxen; aber ein paar Alben gibt es noch. Mein Babyalbum z.B. oder in jedem Jahr ein neues Fotoalbum für den Herrn Bär, wo ich alle Fotos aus seinem Adventskalender hinein klebe und mit Datum etc. beschrifte. Das finde ich eine sehr schöne Erinnerungsmöglichkeit, vor allem, weil es für jedes unserer gemeinensamen Jahre bisher so ein Album gibt.

    Auf dem iPhone miste ich sehr gerne Fotos aus! Gerade die, die man bei Instagram hochgeladen hat und die dann quasi „doppelt“ in meinem Fotoarchiv landen. Das schöne ist aber, dass man hier auch Ordner anlegen kann (sehr praktisch, wenn man etwas Bestimmtes sucht) und es einen Order mit gelöschten Fotos gibt, so dass man es sich doch noch mal anders überlegen könnte.. ;-)

    Liebe Grüße
    Nika

    • The Organized Cardigan

      Das mit dem Adventskalenderalbum ist ja ein süße Ritual! Coole Idee!
      Echt, legst du auf dem iPhone Ordner an? Respekt, dass hört sich super organisiert an und sollte ich mir vielleicht mal überlegen! ;D
      Ganz liebe Grüße zurück
      Sunray

  2. Das Problem des Aussortierens digitaler Fotos hat sich bei mir von ganz alleine erledigt. Freundlicherweise hat dies vor ein paar Jahren meine externe Festplatte übernommen und einfach alles durch den Datenwolf gedreht. So musste ich mich um nichts kümmern. Einfach genial!

    • The Organized Cardigan

      :D Hallo Stefan, ja, manchmal ist es sehr hilfreich, sich von anderen die Entscheidung abnehmen zu lassen. Und wenn es die Technik ist, die einem die Entscheidung abnimmt. ;) Trotzdem hoffe ich, dass die Verluste nicht allzu „schmerzhaft“ waren.
      Ganz liebe Grüße
      Sunray

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