Capsule Wardrobe Planning mit einem Moodboard

Der Frühling steht vor der Tür! :) Zeit, den Kleiderschrank einem Check zu unterziehen und die Garderobe für die kommende Saison zusammen zu stellen.
Nach nun drei Semestern Capsule Wardrobe Planning (ich plane ja immer für ein halbes Jahr, nicht nur für ein Quartal, darum „Semester“), ist mir allerdings klar geworden, dass ich eher die bildlich, als schriftliche Planerin bin. Eine ausgeprägte Phantasie ist leider nicht zwangsläufig der Garant für eine brauchbare Vorstellungskraft. Und schon gar nicht dafür, dass hinterher alles zusammen passt… ;)
Aus diesem Grund habe ich mich dieses Mal für meine neue Garderobenplanung auf neue Planungswege begeben.

Problem: bildliche Vorstellungskraft

Da ich mir die letzten Male also so schwer damit getan habe, mir bei meiner Planung meine Kleidungsstücke bildlich vorzustellen, sodass sie hinterher auch noch zusammen passten, habe ich dieses Mal das Planungspferd quasi von hinten aufgezäumt. ;) Das heißt: Ich habe mir meine Garderobe anhand von Bildern zusammen gestellt, anstatt lediglich als geschriebene Worte / Liste.

Lösung: Planen mit Bildern – ein Moodboard erstellen

Capsule Wardrobe Planning with a Moodboard by TOC

 

Was zum Kuckuck ist ein Moodboard? Im Grunde handelt es sich bei einem Moodboard um eine Art Collage zum einem bestimmten Thema. Ein Moodboard, welches übersetzt „Stimmungstafel“ heißt, soll zielgerichtet das Konzept und die Atmosphäre zu einem konkreten Thema repräsentieren und die Idee dahinter transportieren.

Das muss nicht mehr klassisch mir Schere und Pappe oder Papier geschehen, ihr könnt auch virtuell auf Pinterest, oder in einem Ordner auf dem PC eure Bilder sammeln.

1. (Inspirationen) Sammeln

Zunächst sammelt ihr alle Bilder, die euch wirklich gefallen. Das können einzelne Kleidungsstücke oder Accessoires sein, aber auch ganze Outfitbilder.
Natürlich könnt ihr auch Sinnsprüche, Farbschemata, Landschaftsbilder oder was auch immer euch gefällt, sammeln. Zunächst sind erstmal keine Grenzen gesetzt.

Ich habe für mein Moodboard ein (nun nicht mehr ;) ) geheimes Pinterestboard erstellt. Die einzelnen Bilder habe ich jeweils mit ein, zwei Wörtern oder Sätzen noch mal konkret beschrieben, was das Bild für mich genau repräsentiert (Kernaussage). Das erfordert zwar im ersten Moment etwas „Arbeit“, erleichtert hinterher aber das Konkretisieren und Herausarbeiten eures Stils.

Quote Der Zwang zur Formulierung by TOC

2. Aussortieren

Nach dem ersten Sammelrausch kühlen wir unseren Kopf nun wieder ein wenig ab und sortieren alle Bilder aus, die wir auf den 2. Blick dann doch nicht so wirklich mögen.
Übrig bleiben sollen tatsächlich nur noch die Bilder, die ihr zu 100% gut findet!

Ich habe diesen Schritt auch dazu genutzt, um doppelte oder ähnliche Bilder auszusortieren und eher nur ein Bild zu behalten, welches zu 100% das ausdrückt, weswegen ich es ausgewählt habe.

3. Analyse – Stil erkennen & benennen

Ihr werdet jetzt wahrscheinlich eine überschaubare Anzahl an Bildern haben (zumindest sollte es so sein ;) ).
Betrachtet sie einmal ganz in Ruhe: Welche Gemeinsamkeiten stellt ihr fest? Seht ihr Wiederholungen, bestimmte Muster in eurem Geschmack?

Wenn ihr eure Bilder mit einer Kernaussage beschriftet habt, was das Bild genau für euch ausdrückt, habt ihr es an dieser Stelle leichter.
Wenn ihr das noch nicht gemacht habt, nutzt diesen Schritt dazu, klar zu benennen, was euch gut daran gefällt! Dies wiederum hilft euch nachher beim Zusammenstellen eurer Garderobenliste.

Anhand der übrig gebliebenen Bilder solltet ihr nun euer Stimmungsbild bzw. euren Stil heraus lesen können.

Das (siehe oben) ist mein Moodboard: Meine Bilder sind zum Beispiel sehr clean und klassisch, aber modern.
Dies spiegelt sich zum einen in meiner Farbpalette wieder (weiß, schwarz / grau / silber, blau Töne), zum anderen auch in den schnörkelfreien, geraden Schnitten.
Muster tauchen bei mir wenig (Streifen und Karomuster) bis gar nicht auf.
Im Gegenzug dazu liebe ich kleine Akzente und Besonderheiten wie Glitzer, Pailletten, kleine Farbtupfer (pink / puder, rot, gelb) oder besondere (geometrische) Formen, die das Gesamte etwas auflockern und individuell machen, aber eher zurück haltend daher kommen.
Von den Proportionen gestalten sich meine Motive alle gleich: Die Oberteile kommen locker daher, während die Hosen und Röcke eher figurbetont sind.

Außerdem habe ich festgestellt, dass alle Outfits in meinen Augen eher in eine schickere Richtung gehen, ohne jedoch zu 100% nur aus schicken Kleidungsstücken zu bestehen. Meine „Bildanalyse“ ergab, dass dieser Eindruck durch zwei Komponenten zustande kommt:

  1. Die Schuhe und Accessoires geben zum einen die entscheidenden Richtung vor, wie ein Outfit wirkt. Sei es nun sportlich, schick oder welche Stilrichtung auch immer.
  2. Zum anderen „darf“ immer nur ein Kleidungsstück aus der Reihe des schicken Gesamteindrucks tanzen, um trotzdem immer noch den schick Gesamteindruck aufrecht zu erhalten.
    Das heißt: Der überwiegende Teil der Kleidung sollte den Stil ausdrücken, der angestrebt ist. Das Teil, welches aus der Reihe tanzt, kann natürlich auch zielgerichtet als individuelle Note eingesetzt werden.

4. Shoppingliste schreiben

Nachdem Aussortieren und Reduzieren der Bilder und dem klaren Benennen, was die Kernaussage eines Bildes für euch ist, solltet ihr nun ein klares Bild von eurem Stil mit den entsprechenden Kleidungsstücken und Accessoires, die ihn ausdrücken, vor Augen haben.
Jetzt muss das alles nur noch Einzug in euren Kleiderschrank halten. ;)

Ich habe mir dafür meine Bilder wieder in eine schriftliche und klar formulierte Shoppingliste übersetzt.

Shoppingliste mit Wunderlist by TOC
Anhand dieser lässt sich außerdem auch leicht abgleichen, was ihr von den ausgewählten Stücken schon im Kleiderschrank habt, oder aber was ihr noch hinzufügen müsst, um euren gewünschten Stil auszudrücken.

Wem die Bilder auf seinem Moodboard als Shoppingliste reichen, braucht natürlich nicht noch zusätzlich eine schriftliche Liste zu erstellen.

Viel Spaß beim Planen, neu zusammen stellen und ggf. Shoppen!

Plant ihr besser bzw. lieber schriftlich oder bildlich?

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9 Comments

  • Reply
    analogMensch
    17. April 2016 at 20:46

    Ich öffne mein Pinterest neben deinem Screenshot und stelle fest, ich bin grausam bunt!

    • Reply
      The Organized Cardigan
      17. April 2016 at 21:01

      Ich hab da auch was mit gelb… ;D

      • Reply
        analogMensch
        17. April 2016 at 21:05

        Bei mir sieht es aus, als wäre gerade ’ne Horde Hippies durchgezogen. Wenn man es ganz genau nimmt, dann gehöre ich ja eigentlich auch dazu.

        • Reply
          The Organized Cardigan
          18. April 2016 at 21:10

          :D ♡

  • Reply
    Anna
    17. April 2016 at 22:29

    Was für ein inspirierender und informativer Post. Die Idee mit dem Moodboard finde ich genial. Werde ich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.

    Lieben Gruß,
    Anna

    • Reply
      The Organized Cardigan
      18. April 2016 at 21:14

      Ouh, vielen lieben Dank Anna! Und viel Spaß beim ausprobieren! :)
      Liebe Grüße zurück
      Sunray

  • Reply
    Svenja
    20. April 2016 at 7:22

    Hast du einen Rock mit Silberpailetten geshoppt? :) den will ich sehen. ;) Hach, wäre es toll, wenn ich auch so konsequent sein könnte… Respekt!
    Liebe Grüße aus Dortmund, Svenja

    • Reply
      The Organized Cardigan
      20. April 2016 at 9:01

      Ich hatte quasi einen und dann wieder nicht :/ hat nicht gepasst, muss jetzt wohl auf Online-Shoppingsuche gehen.
      Du kannst das doch auch! Einfach anfangen und wenn du Unterstützung brauchst, sag einfach Bescheid, auch per Mail.
      Ganz liebe Grüße zurück :-*
      Sunray

  • Reply
    Capsule Wardrobe | Outfit Inspirationen | The organized Cardigan
    17. August 2016 at 13:18

    […] Wie ich meine aktuelle Capsule mit Hilfe eines Moodboards zusammengestellt habe, liest du hier. […]

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