Minimalismus im Kleiderschrank mit Pareto

Im letzten Beitrag haben wir mit den ersten Vorbereitungen für die Planung unserer kommenden Frühlings und Sommer Capsule Wardrobe begonnen. Wir haben unseren Kleiderschrank aufgeräumt, uns einen Überblick über unsere Bekleidung verschafft und uns ganz oder temporär von so manchem Kleidungsstück getrennt.

Wer jetzt „gefühlt“ aber immer noch einen vollen Kleiderschrank, aber nichts Anzuziehen hat, oder aber das Thema Ausmisten mal “wissenschaftlich” ;) angehen möchte, dem stelle ich heute einen Mann vor, mit dem wir gemeinsam anhand von „harten Fakten“ ;) unsere Kleidungsstücke aussortieren können.

„Wissenschaftliches“ Kleiderschrankausmisten mit Vilfredo Pareto

Minimalismus im Kleiderschrank mit Pareto by TOC

Durch Chris von minimalistchris.com und seinen Beitrag zum Thema Kleiderschrank aussortieren (den es leider nicht mehr gibt) bin ich darauf aufmerksam geworden, wie man auch bei diesem meist sehr emotionalen Thema zu handfesteren Ergebnissen und Erkenntnissen kommen kann: Er hat das Paretoprinzip von Vilfredo Pareto auf seinen Kleiderschrank angewendet.

Dieses auch als „80 / 20“ Regel bekannte Prinzip besagt, dass sich 80% der Ergebnisse mit 20% Investition erzielen lassen. Chris´ Annahme war entsprechend, dass er lediglich 20% von 80% seiner Kleidung trägt und sein Ziel war es, eben diese 20% Kleidung, die er scheinbar lediglich benötigt, herauszufiltern.

Und da wir nun schon bei Prozentzahlen angekommen sind, dachte ich mir, kann ich doch jetzt nicht die Erhebung dieser 20% meinem Gefühl überlassen. ;)

Darum habe ich ein paar Methoden zusammengestellt, mit denen sich „ganz wissenschaftlich und unemotional“ die 20% der genutzten Kleidungsstücke aufdecken lassen.

Geeignete „Evaluationsmethoden“ zum Herausfiltern der „20%-Kleidungsstücke“

Zum einen gibt es die Möglichkeit, alle Kleidungsstücke, die man für die kommende Saison nutzen will, mit dem Bügel in eine Richtung in den Kleiderschrank zu hängen. Sobald man ein Teil anzieht, dreht man den Bügel einfach um.
Dies bedeutet jedoch, dass man für jedes Teil einen Kleiderbügel besitzt und sich alle Teile zum Aufhängen eignen. Das ist möglicherweise nicht die am einfachsten umzusetzende Methode aufgrund der Masse an Kleiderbügeln.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Teile, die man anzieht, bei bzw. nach deren Nutzung (und natürlich nach dem Waschen ;) ) von der einen Kleiderschrankseite auf die andere zu sortieren.
Das funktioniert auch in Schubladen und lässt sich zum Beispiel auch mit der Bügelvariante kombinieren.

Eine weitere Variation wäre es, anfangs alle Kleidungsstücke auf links zu ziehen und lediglich die, die man trägt, nach dem Waschen wieder auf rechts gedreht in den Kleiderschrank einzuräumen. (Das Ganze geht natürlich auch andersherum.)

Eine etwas drastischere Methode wäre es, alle (!) Klamotten aus dem Kleiderschrank auszuräumen und in Säcken, Kisten o. ä. zu verstauen. Nach und nach entnimmt man dann lediglich die Sachen, die man anziehen will.
Diese Methode finde ich vor allem für Accessoires, Schuhe, Handtaschen etc. interessant und einfacher umzusetzen als für alle Klamotten, wobei es mich schon reizt, das einfach mal auszuprobieren.

Stoppen sollte man die Evaluation an dem Punkt, an dem man anfängt Sachen nur zu tragen, weil alle anderen Lieblingsteile in der Wäsche sind. ;)

Übrigens: Der Wäschekorb kann auch ein guter Indikator für Lieblingsteile (= die zu findenden 20%) sein, da man seine Lieblingssachen in der Regel immer zu erst anzieht und sie somit als erstes in der Wäsche landen.
Die Sachen, die man nicht so gerne trägt, bleiben in der Regel länger im Schrank hängen.

Nach der Erhebung stellt euch zu euren 20%-Kleidungsstücken noch mal die Fragen aus dem Schritt #1 meines letzten Beitrags „How to Build Your Capsule Wardrobe – Part I„:

Was habe ich oft getragen und warum?
Was habe ich wenig getragen? Warum habe ich es nicht oder wenig getragen?

Dies gibt euch Aufschluss darüber, was genau ihr an den einzelnen Teilen mögt und damit die Möglichkeit, mehr von diesen Wohlfühlelementen in euren Kleiderschrank zu integrieren.
Damit beschäftigen wir uns aber näher im nächsten Beitrag, in dem es ausführlich um die Neuplanung unserer Garderobe gehen wir.

Wie findet ihr die Idee, das Paretoprinzip auf den Kleiderschrank anzuwenden? Habt ihr das vielleicht sogar schon mal ausprobiert? Wie war eure Erfahrung damit? Habt ihr noch andere Ideen und Hilfsmittel zum Klamotten aussortieren?

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4 Comments

  • Reply
    Anneke
    12. April 2015 at 12:45

    Die Idee, die Klamotten mit der Bügelrichtung zu markieren find ich klasse! Leider befinden sich die meisten meiner Kleidungsstücke wirklich in einer Kommode – deswegen werde ich mal die Variante „von rechts nach links“ ausprobieren, zusätzlich zum: “Hab ich das eigentlich schon mal getragen?? Warum nicht? Weeeg!!“ :)

    Die Variante, dass man alles aus dem Schrank räumt und dann nach und nach wieder rein, ist wirklich interessant, stell ich mir auch erfolgreich vor. Beinhaltet aber ein „kleines“, wenn auch temporäres Platzproblem, denn man bräuchte ja schon etwas Platz für die Kisten, Säcke,…quasi ein zweiter Schrank. („Schaaatz, wir ziehen um!“ ;) )

    Ich habe mal ein paar Sachen aussortiert und in einer Kiste auf dem Dachboden gelagert – und dann komplett vergessen. Schon etwas her, aber die Kiste wanderte zum Altkleidercontainer :D

    Schönen Sonntag noch!

    • Reply
      The Organized Cardigan
      19. April 2015 at 13:34

      Ja, die Variante mit den Kisten würde ich auch wirklich gerne mal ausprobieren. Beim nächsten Umzug wäre wohl die Chance gegeben ;D Wenn du die Variante „von links nach rechts“ ausprobierst berichte gerne mal über deine Erfahrungen! :)
      Hab du auch einen schönen Sonntag (wieder)!

  • Reply
    vivien_noir
    2. Dezember 2015 at 14:31

    Bei mir funktionieren diese Dinge alle so gut wie nicht, weil ich allein über 20 Röcke (für die kalte Jahreshälfte allein, etwas mehr für die wärmere), ca. 30 Hosen und eine riesige Menge weitere Kleidungsstücke habe. Mein Schrank hat also die Grenze erreicht, und wenn ich mir nicht die komplette Ordnung komplett zerstören will, geht das nicht.
    Was geht: Bügel umdrehen, und bei den Wäschestapeln die Kanten nach vorne drehen oder die Seiten nach vorne drehen (also das Wäschestück gefaltet um 90° verdreht in den Schrank zurück geben).

    Ich glaub, ich bin nicht für eine kleine Capsule Wardrobe gemacht. Alte und kaputte Dinge liebe ich zu sehr, um sie herzugeben, und die neuen mixe ich mit denen… Ich hab zB eine 12 Jahre alte Jacke mit echten „Used“-Abnutzungen, die ich immer noch liebe und trage. Und die Hosen, die ich seit über 8 Jahren, durch die Schulzeit, und auch jetzt, immer noch trage, obwohl ich die Farbe niemals selbst ausgesucht hätte – aber sie passt zu anderen Sachen im Schrank, die ich sonst auch nimma angreifen würd.

    • Reply
      The Organized Cardigan
      11. Dezember 2015 at 20:11

      Liebe vivien_noir,

      wenn du alle deine Klamotten liebst, ist doch alles gut! :) <3 Und das scheinst du ja zu tun und nur darauf kommt es doch an, oder?
      Ganz herzliche Grüße, ich würde gerne Mal Bilder von alle deinen Lieblingsteilen sehen, die du so liebevoll all die Jahre beherbergst!

      Sunray

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