Minimalismus im Badezimmer – Weniger Müll und tierversuchsfrei

Schlechte Gewohnheiten werden auch geschminkt nicht schöner

Vor ungefähr vier oder fünf Monaten habe ich mich dazu entschieden, mein „Badezimmerverhalten“ zu verändern. Genauer gesagt: Meinen Umgang mit den ganzen Kosmetikartikeln, die ich regelmäßig in den lecker riechenden, hellen Drogeriemärkten dieser Welt erstanden habe. Jedes Mal, wenn ich in die Stadt gegangen bin,
hat mich auf den Weg nach Hause ein neuer Nagellack, ein neuer Lippenstift oder ein neuer Eyeliner begleitet.
Und NATÜRLICH unterschied sich das Rot/Pink/Lila/Schwarz… IMMER von einem der zehn anderen Lippenstifte, Wimperntuschen, Lidschatten, die ich zu Hause ungenutzt hortete.

Denn: Ich schminke mich selten. Bis nie. Denn: Ich habe schon immer Allergien.

Schon als Baby. Rote Kaninchenaugen, juckende Haut, ständige Termine bei den verschiedensten Ärzten, Cortisoncremes, wenn gar nichts mehr ging.

Total irrationales Verhalten also, was ich da jahrelang an den Tag gelegt habe. Von dem Schaden, den ich meiner Haut wahrscheinlich zusätzlich zu ihrem beeinträchtigten Zustand zugefügt habe, ganz zu schweigen. Und auch von dem Geld, was ich haufenweise in die Drogerien und später als Müllberg zur Tonne getragen habe, wollen wir hier nicht weiter sprechen…

Vor ungefähr vier oder fünf Monaten aber habe ich mich nun dazu entschieden, mein „Badezimmerverhalten“ zu verändern. Ich stand mal wieder mit meinem juckenden, roten Gesicht vorm Badezimmerspiegel und war kurz vorm Weinen über dieses „Leid“, was ich mir mal wieder selber zugefügt hatte. Weil ich NATÜRLICH mal wieder eine neue Gesichtscreme ausprobieren musste. Und da hatte ich es auf einmal satt. Ich wollte das alles nicht mehr. Mein ganzes widersprüchliches Verhalten meiner Haut-Gesundheit gegenüber.

Also habe ich alles geändert.

Minimalismus im Badezimmer - Weniger Müll und tierversuchsfrei. Inklusive Rezept für ein DIY Deo und ShoppingApp für tierversuchsfreie Kosmetik.

Minimalismus im Badezimmer – Weniger Müll und tierversuchsfrei

Ich benutze jetzt nur noch EIN Shampoo, was mir mein Hautarzt empfohlen hat und (leider) als einziges meiner Kopfhaut gut tut (leider, weil es nicht tierversuchsfrei ist und ich nach Jahren des Suchens keine Alternative gefunden habe. :( Dankbar bin ich jedoch dafür, das es überhaupt eins gibt!).
Ich benutze jetzt EIN „seifenfreies Waschstück“. Hört sich nicht sehr sexy an. Aber Hautausschlag ist noch weniger sexy, oder? ;)
Statt Peelingcremes nutze ich nun EIN wiederverwendbares Peeling-Handtuch aus Nylon, was selbst meine empfindliche Gesichtshaut gut verträgt. Und der Clou: Mit ihm kann man sich selber den Rücken abschrubbeln, herrlich sag ich euch! :)
Es gibt EINEN niedlichen, kleinen Bimsstein für die Füße.
EINE Gesichtscreme für den Winter. EINE für den Sommer.
Und ansonsten creme ich mich nur ein, wenn die Haut an den Beinen nach dem Rasieren (ja, einen Rasiere besitze ich natürlich auch! ;) ) brennt, und das mit einer Creme von meinem Hautarzt.

Das war`s.

Mehr Produkte habe ich also seit ungefähr vier, fünf Monaten nicht mehr in der Dusche. Und seit dem ich meine Kosmetikartikel so reduziert habe, habe ich die beste Haut, die ich je hatte. Ich habe mehr Zeit, die ich nicht mehr bei stundenlangen Beutezügen in den Drogerien vergeuden muss. Und danach in den Wartezimmern der Ärzte. Ich werfe seit dem mein Geld nicht mehr in die Mülltonne. Und ich produziere weniger Abfall.

Wie sieht´s bei euch im Bad aus? Gleicht es eher einer Drogerie, als einem Badezimmer? ;) Benutzt ihr alle Toilettenartikel, die ihr besitzt? Wie hoch ist wohl der Geldwert, der sich als Kosmetika in eurem Bad tummelt?

Für alle, die sich gerne mehr über tierversuchsfreie Kosmetika / Pflegeprodukte informieren möchten, empfehle ich den Blog www.kosmetik-vegan.de von Mandy Huth. Sie schreibt über vegane Kosmetikprodukte, Nachhaltigkeit und Tierversuche. Und wenn euch der Weg doch in die Drogerie führt, gibt es auf ihrem Blog ihre auch offline verfügbare App „Kosmetik ohne Tierversuche“ als passenden Shoppingbegleiter.

Und dieses Rezept kann ich allen empfehlen, die es einmal mit einem DIY Deo ausprobieren wollen. Das geht einfach und unkomplizierter als ich anfangs dachte. Und die Wirkung und Pflege ist bislang die beste, die ich bei einem Deo hatte.

(Dies ist kein gesponserter Beitrag. Alle Produkte habe ich selber bezahlt. Der Beitrag spiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrung wieder. Der Beitrag kann keine persönliche Diagnose durch einen (Fach-)Arzt bzw. einen Arztbesuch ersetzen.)

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8 Comments

  • Reply
    Organisation mit Sabine
    12. Januar 2015 at 15:19

    Bei mir sieht es ganz ähnlich aus ;-) Und ich bin sehr glücklich mit den wenigen Artikeln. Das mit dem Peelinghandtuch muss allerdings ich auch mal testen.
    Liebe Grüße
    Sabine

    • Reply
      The Organized Cardigan
      12. Januar 2015 at 18:08

      Liebe Sabine,
      ja, das Peelingtuch kann ich echt nur wärmstens empfehlen. Ich habe es bei Karstadt ergattert und konnte es so vorher mal „begutachten“ (was beim online bestellen ja nicht geht) ;) . Es ist wesentlich weicher als die Handschuhe oder ‚Bälle‘ aus dem gleich wirkenden / ähnlichen Material, die es in den Drogerien gibt und funktioniert daher bei mir auch Gesicht. Ich würde mich über deine Rückmeldung freuen, wenn du es getestet hast!
      Ich freue mich über deinen Besuch hier bei mir! :)
      Liebe Grüße zurück
      Sunray

  • Reply
    Nicole
    18. Januar 2015 at 16:26

    Interessant, dass Du mit „so wenig“ auskommst. Ich könnte das vielleicht auch, aber ich möchte nicht. Denn: Ich muss gestehen, ich habe eine Schwäche für Kosmetika, Duschgels (obwohl ich nun schon lange das Gleiche nutze), Badeschaum und Badeöle, Bodylotion und Co. Es sind nicht viele, aber doch schon ein paar. Mit der Gesichtspflege ist es allerdings anders, da meine Gesichtshaut recht empfindlich ist: Da nutze ich schon seit Jahren die gleichen Produkte zum Abschminken, Reinigen und Pflegen und bin zufrieden damit. Ebenso verhält es sich beim Make up, da nutze ich auch seit Jahren den gleichen Mineralpuder (Make up – flüssig oder in welcher Form auch immer, vertrage ich gar nicht).

    Aber: Unser Bad ist sehr sortiert und unnötiger Firlefanz steht auch nirgends herum, das mag ich nämlich gar nicht.

    Liebe Grüße
    Nicole

    • Reply
      The Organized Cardigan
      18. Januar 2015 at 20:00

      Ja, hat ja auch lange gedauert, bis ich jetzt da bin, wo ich bin. Und: Drogeriemärkte stellen nach wie vor eine „Gefahr“ für mich dar! ;D

  • Reply
    Pinkpetzie
    21. Januar 2015 at 23:39

    In meinem Bad sieht es tatsächlich aus wie in der Drogerie. Ich kann mich einfach nicht mit einem Shampoo, Duschgel und co zufrieden geben. Aber ich versuche es jetzt wenigstens nur noch 2-3 gleichzeitig zu benutzen und nicht noch mehr. Mal sehen, wie gut mir das in Zukunft gelingt :)
    Liebe Grüße

  • Reply
    Haushalten mit einem Haushaltsbuch | The Organized Cardigan
    17. Mai 2015 at 10:15

    […] ausführlicher habe ich über mein nicht-mehr-Kaufverhalten in Drogerien in dem Beitrag “Organized and Minimized: Unter der Dusche” geschrieben). Außer-Haus-Essen genieße ich jedes Mal bewusst und mit Freunden, statt mir […]

  • Reply
    Nika
    16. Februar 2016 at 11:10

    Hallo,
    Danke für die Verlinkung hierhin. Ein sehr interessanter Artikel, der zum Nachdenken anregt. Beim Schmink-Zeug und Cremes bin ich zum Glück nicht so anfällig, da ich mich so gut wie nie schminke und wenn, dann nur mit Lidschatten und Mascara. Bei Creme setze ich auf die gute, alte Nivea. Erinnert mich immer an meine Oma und meinen Vater, und tut was sie soll. :-) Aber was Duschgels betrifft… da gibt es aber auch immer so viel tolle Auswahl! Ich seh schon: Ich muss weiter ausmisten.

    Liebe Grüße
    Nika

    • Reply
      The Organized Cardigan
      18. Februar 2016 at 20:15

      Ja, weniger ist mehr scheint wirklich in vielen Lebenslagen nicht der schlechteste Tipp zu sein.
      Und ein Laster und somit mehr als ein Duschgel braucht der Mensch ;)

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